Schritt 1–3

Die Grundlagen

Bevor du investierst, brauchst du ein stabiles Fundament. Hier geht es um Überblick, Sicherheit und Freiraum.

📊 Budget: Wohin fließt dein Geld?

Ein Budget ist kein Verzicht, sondern ein Plan. Notiere einen Monat lang alle Einnahmen und Ausgaben, per App, Tabelle oder mit deinen Kontoauszügen. Viele sind überrascht, wie viel in Abos, Lieferdienste und Kleinkram fließt.

Die 50/30/20-Regel

Eine einfache Faustregel für dein Netto-Einkommen:

50 % Fixkosten
Miete, Strom, Handy, Versicherungen, Lebensmittel
30 % Lifestyle
Freizeit, Ausgehen, Reisen, Hobbys
20 % Zukunft
Notgroschen, Schulden tilgen, investieren

Tipp: Richte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach dem Gehaltseingang deinen Sparbetrag wegbucht. Bezahl dich zuerst selbst, dann bleibt am Monatsende nicht „zufällig“ nichts übrig.

Die Prozentwerte sind Richtwerte. Wenn die Miete hoch ist, starte ruhig mit 5 oder 10 % Sparquote. Wichtiger als die Höhe ist, dass du überhaupt anfängst.

🛟 Der Notgroschen

Der Notgroschen ist dein finanzieller Airbag: Geld für Unerwartetes wie eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur oder eine Phase ohne Job.

  • Wie viel? Als Faustregel 3 bis 6 Monatsausgaben. Bei unsicherem Einkommen eher mehr.
  • Wo? Auf einem Tagesgeldkonto: jederzeit verfügbar, ohne Kursschwankungen und meist mit etwas Zins.
  • Wie sicher? Bankeinlagen sind in der EU über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Person und Bank geschützt.

Wichtig: Der Notgroschen gehört nicht in Aktien oder ETFs. Wenn du das Geld brauchst, kann der Kurs gerade im Minus sein.

💳 Schulden: Teure zuerst

Nicht alle Schulden sind gleich. Ein Dispokredit kostet oft über 10 % Zinsen im Jahr. Das holt kaum eine Geldanlage wieder rein. Deshalb gilt: teure Konsumschulden abbauen, bevor du investierst.

MethodeSo funktioniert'sVorteil
LawineZuerst die Schuld mit dem höchsten Zins tilgenSpart am meisten Geld
SchneeballZuerst die kleinste Schuld tilgenSchnelle Erfolge, mehr Motivation

Vorsicht bei „Jetzt kaufen, später zahlen“ und 0-%-Finanzierungen: Sie machen es leicht, mehr auszugeben, als man sich eigentlich leisten kann.

🛡️ Versicherungen: Das Wichtigste zuerst

Versicherungen sollen Risiken abdecken, die dich finanziell ruinieren könnten, nicht jeden kleinen Schaden. Als besonders wichtig gelten für viele:

  • Private Haftpflicht: günstig und schützt vor teuren Schadensersatzforderungen.
  • Krankenversicherung: in Deutschland ohnehin Pflicht.
  • Berufsunfähigkeit: Deine Arbeitskraft ist oft dein größtes Kapital. Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger ist sie meist.

Welche Versicherungen für dich passen, hängt von deiner Situation ab. Vergleiche in Ruhe und lass dich im Zweifel unabhängig beraten, z. B. bei einer Verbraucherzentrale.

🔥 Inflation: Der stille Kaufkraft-Killer

Inflation bedeutet, dass Preise steigen und du für dasselbe Geld weniger bekommst. Bei 2 % Inflation pro Jahr sind 10.000 € nach 20 Jahren nur noch etwa so viel wert wie heute rund 6.700 €.

Deshalb reicht es langfristig meist nicht, Geld nur auf dem Girokonto liegen zu lassen. Für Geld, das du viele Jahre nicht brauchst, lohnt es sich, über Investieren nachzudenken.

✅ Deine Grundlagen-Checkliste

  • Ich kenne meine monatlichen Einnahmen und Ausgaben.
  • Ich habe einen Dauerauftrag für meine Sparrate eingerichtet.
  • Mein Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) liegt auf einem Tagesgeldkonto.
  • Ich habe keine teuren Konsumschulden mehr (Dispo, Ratenkredite).
  • Ich habe die wichtigsten Versicherungen geprüft.

Alles abgehakt? Dann bist du bereit für den nächsten Schritt.

Weiter zum Investieren →